Interview im Südkurier vom 02.07.2017

Warum sich die Konstanzer Soroptimistinnen anlässlich des 25. Clubjubiläums mit dem Spotlight Chor zusammentun

Warum sich ein Service-Club und ein Chor zusammentun

Auf einen Kaffee mit Lilla Visy-Tinkl und Gary-John Peinke. Im Wessenberg sprechen die Präsidentin des Soroptimist International Clubs Konstanz und der Spotlight-Chorleiter über ein Benefizprojekt am 12. und 14. Oktober im Stadttheater.

 

Sprechen über Liebesgrüße aus Konstanz: Lilla Visy-Tinkl und Gary-John Peinke erklären SÜDKURIER-Redakteur Philipp Zieger, welches Ziel sie mit einem Benefizkonzert verfolgen. Bild: Aurelia Scherrer | Bild: Scherrer, Aurelia

 

von Philipp Zieger

 

Frau Visy-Tinkl, 25 Jahre Soroptimisten Konstanz: Können Sie überschlagen, mit welcher Gesamtsumme Sie bislang wohltätig geholfen haben?

 

Das ist eine schwierige Frage. Wir haben so viele Projekte in dieser Zeit umgesetzt und unterstützt und wir haben die Summe der eingeworbenen Spenden nicht gezählt.

 

Welche Projekte waren das?

Wir engagieren uns vorrangig für Frauen und Kinder, aber nicht nur. Das letzte Projekt war im Mai der Seniorenwunschbaum, bei dem wir ganz persönliche, auch kleine Wünsche von Senioren erfüllt haben. Vor zwei Jahren hatten wir das Thema „Freiraum“. Da haben wir speziell obdachlose Frauen unterstützt, unter anderem mit einem Benefizkonzert und anderen Initiativen.

 

 

 

Zum 25. Geburtstag haben Sie sich die Brückenpflege ausgesucht. Warum gerade diese?

Wir wollten eine Konstanzer Initiative unterstützen. Die Brückenpflege kann für jeden von uns plötzlich wichtig werden, und sie leistet wirklich wertvolle Unterstützung für krebskranke Menschen, damit diese ihre verbleibende Zeit zu Hause in Würde verbringen können. Wir wollen das Engagement einer Halbtagspflegekraft mitfinanzieren, damit die 24-Stunden-Versorgung in der palliativen Schmerztherapie gewährleistet werden kann. Der Verein trägt sich selbst und finanziert sich durch Spenden. Eine ausgebildete Kraft kostet. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass diese Stelle dauerhaft angelegt werden kann. Wir unterstützen das ganze Jahr über viele Projekte, auch kleine.

 

Als Partner haben Sie sich den Spotlight Chor ausgesucht. Warum gerade ihn?

Drei unserer Mitglieder singen im Spotlight Chor mit. Am Anfang stand der Wunsch des Chors, gerne einmal ein größeres Projekt umsetzen zu wollen, daraus entstand der musikalische James-Bond-Themenabend. Durch Gespräche hat sich eine Zusammenarbeit entwickelt und die Produktion wurde ein Geschenk des Spotlight Chors zur Unterstützung unseres 25-jährigen Jubiläums an den Soroptimist International Club Konstanz.

 

Herr Peinke: Sie verzichten auf die Gage für diesen Benefizauftritt. Sind Gagen bei Ihnen üblich?

Wir sind kein professioneller Chor, es ist ein sehr guter Laienchor. Für Auftritte wie an der Chornacht gibt es keine Gage und wir organisieren Konzerte in der Regel selbst. Wir werden normalerweise nicht gebucht. Bei diesem Projekt stand anfangs die Idee, etwas Größeres machen zu wollen als eigener Veranstalter, und wir wollten uns einen Raum suchen. Im Gespräch mit den Mitgliedern des Soroptimist Clubs kam der Gedanke auf, dass eine Kooperation passt.

 

Was war der Ansporn für Sie, die Brückenpflege zu engagieren?

Wir haben gesagt, die Soroptimistinnen unterstützen zu wollen. Sie haben entschieden, zu wessen Gunsten ihr Jubiläumsprojekt stehen soll. Der Chor steht voll dahinter.

 

Ist das ihr erstes Benefizkonzert?

Ja.

 

Ist das für Sie etwas anderes als ein normaler Auftritt?

Es ist eine Möglichkeit für den Chor, etwas zurückzugeben. Wir können mehr tun, als nur ein schönes Konzert zu bieten. Jeder hat seine Aufgabe gefunden und übernimmt Verantwortung, sucht Sponsoren, engagiert sich in der Werbung und tut mehr als einfach nur zu proben.

 

Wie kam es zu dem Thema „Liebesgrüße aus Konstanz“?

Im Gespräch kam diese Idee ­zustande. Es ist eine James-Bond-Revue. ­Gemeinsam mit der ­Werbeagentur Red Monkeys haben wir den Titel und das Design entwickelt. Wir hatten die ­Hoffnung, dass der neue James ­Bond-Film dieses Jahr rauskommt, es wäre der 25. Film gewesen. Passend zum 25. Jubiläum. Leider wird er erst nächstes Jahr erscheinen. Mit den ­Vorbereitungen für das Benefiz Konzert für den Soroptimist Club Konstanz haben wir bereits vor einem Jahr begonnen.

 

Fragen: Philipp Zieger

 

 

Zu den Personen

  • Die Interviewten: Lilla Visy-Tinkl (48 Jahre) ist seit Oktober 2017 Präsidentin des Soroptimist International Club Konstanz. Mitglied ist sie seit 2004. 35 berufstätige Frauen aus unterschiedlichen Berufen zählt der Club, der jeden zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr einen Clubabend im Hotel Barbarossa veranstaltet. Lilla Visy-Tinkl ist von Beruf Goldschmiedin. Gary-John Peinke (41) leitet seit Anfang 2009, und damit seit seiner Gründung, den Spotlight Chor. Es handelt sich um einen gemischten Chor. Der Schwerpunkt seines Repertoires liegt auf Rock- und Popliedern.
     
  • Das Benefizkonzert: Es findet im Stadttheater am 12. und 14. Oktober statt. Karten gibt es an der Theaterkasse je nach Kategorie für 14 bis 35 Euro (12. Oktober) und elf bis 30 Euro (14. Oktober). Am ersten Abend feiert der Konstanzer Soroptimist Club sein 25-Jähriges. Der Spotlight Chor präsentiert alle 24 Titellieder der 24 James Bond Filme unter dem Titel „Liebesgrüße aus Konstanz“ mit Unterstützung durch das Da Capo-Salonorchester, von einer Projektband um Simon Bamberger sowie den Tanzstudios Czerner und Move Sensation. Der Gesamtumsatz des Abends von Catering und Einnahmen gehen zugunsten des Vereins Brückenpflege e.V. Konstanz. Die Brückenpflege ist ein beim Klinikum Konstanz angesiedelter Krankenhausdienst und besteht aus Pflegefachkräften für die häusliche Betreuung onkologischer und palliativer Patienten. Sein Einzugsgebiet umfasst Konstanz, Reichenau, Radolfzell, Stockach, Stahringen, Espasingen und Bodman-Ludwigshafen. Die Brückenpflege wird mitfinanziert durch Spenden, die zum Beispiel auch sein Förderverein einwirbt. (phz)

 

 

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